Wenn der, den Du liebtest, ein Herz aus Stahl trägt. Eigenliebe in schweren Zeiten

Ich dachte, da ist ein besonderer Mensch. Dem schlimme Dinge passiert sind. Tja. Hinterher ist man klüger. Oder verletzt. Wie gehe ich nun damit um, belogen und betrogen worden zu sein? 

 

Da fällt es mir sehr schwer, in der Eigenliebe zu bleiben. Oder auch nur in der Nähe davon. Meine Selbstachtung droht auf den Tiefpunkt zuzusteuern, das altbekannte du-bist-nicht-gut-genug kommt aus dem letzten Loch und pfeift.

 

Alle sagen, dass er eben ein A... ist, auf das ich reingefallen bin. Tja. Der Mensch, den ich liebte, trägt ein Herz aus Stahl. Ich habe geweint, er hat schon die Nächste. Nun fühlte ich mich als Nummer, eine unter Vielen. Ich dachte, er sei der Eine. 

 

Da kommt nach Tälern der Trauer endlich eine Wut, weshalb die Zeilen hier zunächst voll davon waren. Nun habe ich ihm vergeben. Das, was er gesagt hat, und das, was er nicht gesagt hat. Das, was er getan, und das, was er nicht getan hat. Mir, dass ich eine hoffnungsvoll Liebende bin, die alles gegeben und alles verloren hat.

 

Ich habe Angst, wieder in die Höhle der geschlossenen Herzen zurück gehen zu wollen - das habe ich nämlich nicht verdient. 

 

Und dann kommt da, wie Phönix aus der Asche, die Eigenliebe in ihrer ganzen Schönheit und Leichtigkeit. Sie stupst mich und erzählt mir, dass ich es versucht habe. Ich habe mutig geliebt und bin im Morast gelandet. Sie erzählt mir, dass mein wunderschönes Herz wieder lieben wird. Dass es nie damit aufhört. Es sind nämlich meine schönen Gefühle, die ich ja auch höchstpersönlich geschaffen habe. Dass mir ein guter Mensch über den Weg läuft. Einer, der passt. Einer, der mich ebenso liebt wie ich ihn.

 

Jemand, der das verdient. Sie erinnert mich daran, wie sehr ich es verdient habe. Ich erinnere mich daran, dass es gut ist, sich zu lieben.

 

Die Beziehung zu mir ist die wichtigste Beziehung überhaupt.

 

Danke, liebe Eigenliebe, dass Du mir hilfst, aufzustehen. Ich lasse die oberflächliche Scheinwelt hinter mir. Ich bin echt und klar.

 

Eigenliebe riecht nach Vanille - und ich kann sie nur empfehlen...

 

Hab' Dich lieb, herzlichst, Sandra